Die Berliner Jugend-Einzelmeisterschaft 2011

1. Vorrunde



Bei aller Begeisterung für das geliebte Schachspiel ist es doch immer wieder ein Herausforderung, sich freiwillig am Wochenende für ein anstehendes Schachevent aus dem warmen Bett zu quälen.

- Uwe hatte dieses Problem diesmal nicht, weil er gerade vom Nachtdienst gekommen ist.-

Pflichtbewusst und motiviert, den inneren Schweinehund erfolgreich besiegt, sitzt Familie Zesewitz schließlich am Frühstückstisch.

Der Kaffee duftet, die Brötchen schmecken lecker.

Uwe, gebildet und immer auf dem Laufenden, liest ausgiebig in seiner Zeitung, wie jeden Morgen.
Da mir aus unerfindlichen Gründen diese Zeit regelmäßig fehlt, zitiert Uwe, extra für mich, laut durch die ganze Wohnung, auch gerne bis ins Bad, die wichtigsten Neuigkeiten aus Wirtschaft und Politik.
Insbesondere die Artikel über Sport und Autos kommen bei mir besonders gut an. Schließlich muss man wissen, welcher Autotyp wie viel Liter Benzin auf 100 km verbraucht.
Während er also die Zeitung studiert, stolpert er über einen Artikel, der Bauarbeiten im Britzer Tunnel ankündigt. Ich denke: Das ist doch unsere Richtung. Bauarbeiten! Umleitung!?

Panik macht sich in mir breit!

Leichtsinniger Weise habe ich mich bereit erklärt die Kinder Leonardo, Maik und Marco zur BJEM nach Wilmersdorf zu fahren und dort zu betreuen.

Ach du grüne Neune!

Für die S-Bahn ist es nun zu spät.

Ich bin durchaus eine routinierte Autofahrerin, aber mein Orientierungssinn ist nur sehr dürftig ausgeprägt.

Oh, je!

Was soll ich tun?

Uwe, ganz ruhig und besonnen, sagt: "Ich müsste zwar ins Bett, aber ich werde euch führen." Man, was bin ich froh! Der Uwe, natürlich ortskundig im gesamten Berlin, leitet uns, über mir absolute unbekannte Schleichwege, pünktlich zum Ziel. Endlich kann ich aufatmen. Lobende, aberkennende Worte sprudeln über meine Lippen!

Die Brust des ortskundigen "Reiseleiters" schwillt an!

Nun sind die Jungs, die nebenbei bemerkt, durch banale Dinge wie Kopfhörer, nichts von dieser Aufregung mit bekommen hatten, am Zug!
Wir können vermelden , dass sie wirklich alle drei ihr Bestes gaben. Und aus Fehlern lernt man ja bekanntlich.
Unser, wie immer für die Pausen mitgebrachter Ball wurde, durch extrem angestaute Energie, begründet durch das lange Sitzen, so hoch geschossen, dass dieser leider über einen riesigen Zaun flog und auf einem Nachbargrundstück landete. Auch dem großen Uwe war es nicht möglich, diesen kostbaren Schatz, Anschaffungswert 0,99 EUR, zu bergen.






Leonardo,
seine Partien waren eher geblitzt als gespielt.

Marco, Endspiele muss er noch üben.


Maik,
 für die Berliner Einzelmeisterschaft qualifiziert.


Leonardo, Marco und Maik kämpften tapfer mit folgenden Ergebnissen:

Leonardo - 2,5/7 damit 33.von 41 Teilnehmern U12 (seine Partien waren eher geblitzt als gespielt)

Marco - 2/7 damit 28. von 32 Teilnehmern U10 (Endspiele muss er noch üben)

Maik - 4,5/7 damit 3.von 23 Teilnehmern U14 dadurch verloren,hat sich aber trotzdem für die Endrunde der besten 8 für die Berliner Einzelmeisterschaft qualifiziert !





In der letzten Partie am Tisch 1 (!) hat sich Maik beim Opfern verrechnet


Hat sich am Ende aber sicher für die Endrunde qualifiziert

 




Schach spielen ist schön.




Aber, von Mama fotografiert zu werden ist schöner!




Im Turniersaal!




Besonderen Dank an Karli, der den Jungs mit Rat und Tat zur Seite stand und an Uwe, der mir auf jeden Fall ein paar graue Haare erspart hat.



Coaching!



Motivation!




Aufmunterung!

 




Analyse, . . .




Analyse.




Text und Fotos: Anne Zesewitz